11. Februar 2020

Seit 10 Jahren leitet Tina Sußenberger die Krabbelgruppe „Die kleinen Racker“ in der Evangelischen Kirchengemeinde Ottweiler


Jeden Donnerstagvormittag trifft sich in der Teestube der Evangelischen Kirchengemeinde Ottweiler die Krabbelgruppe „Die kleinen Racker". Sie wird seit zehn Jahren von Tina Sußenberger geleitet.

Knapp 20 Kinder umfasst derzeit die gesamte Gruppe, erzählt Tina Sußenberger, die Leiterin des Treffs. „Es kommt natürlich nicht immer jeder, aber meist sind zwischen sechs und zehn Kindern da“. Und dann begrüßt sie die Gruppe und stimmt gemeinsam mit den Mamas das erste Lied an, das mit dem Kehrvers „Schön, dass du da bist!“ jedes Kind mit seinem Vornamen anspricht. Sofort halten die Kleinen in ihrem Tun inne und hören ganz ernst und konzentriert zu. „Nach zwei, drei weiteren Liedern mit einfachen Bewegungsspielen widmen sich die Kleinen wieder dem freien Spiel und Sußenberger hat ein wenig Zeit zum Plaudern.

 

 „Die Gruppe gab es schon, als meine eigenen Kinder noch im Krabbelalter waren, erzählt die 43jährige. Zu der Zeit, als ich mit meiner Tochter in die Gruppe kam, hörte die damalige Leiterin auf und sprach mich an, ob ich nicht weitermachen wolle. Ich habe zugesagt, und es macht mir auch nach zehn Jahren noch großen Spaß.“ Jeden Donnerstagmorgen ist sie also seither zur Stelle, macht als erstes Kaffee und Tee für die Mütter und richtet einen Imbiss aus Obst, Gemüse-Sticks, Waffeln und Biskuits für die Kinder.  „Es kommt schon vor, dass ich auch mal nicht kommen kann, aber ich habe so viel Unterstützung aus der Gruppe, dass dann jemand von den Mamas für mich einspringt. Aber generell halte ich mir den Donnerstag dienstfrei“, sagt Sußenberger, die in einem großen Sportgeschäft als Fachverkäuferin arbeitet.

 

 Nicht nur für die Kleinen, auch für die Mütter ist die Gruppe ein Gewinn. „Man kann sich austauschen und gegenseitig um Rat fragen“, erzählt eine Mutter, die schon mit dem zweiten Kind dabei ist. „Und man erfährt, dass man nicht alleine ist und im Grunde alle mit den gleichen Problemchen rund ums Essen, Durchschlafen und Zahnen zu kämpfen haben“.

  

Wenn ein Kind Geburtstag hat, besorgt Tina Sußenberger ein kleines Geschenk. Dann wird in der Gruppe mit Lied und Geburtstagskerze richtig gefeiert. Auch der Nikolaus bringt Geschenke, und wenn ein Kind sich aus der Gruppe verabschiedet, weil es in den Kindergarten geht, wird ihm der Abschied ebenfalls mit einem kleinen Präsent versüßt. Zwischendurch muss auch mal das ein oder andere Spielzeug angeschafft werden. Für all das braucht es natürlich Geld, und da die Teilnahme bis auf zwei Euro im Monat für die Kaffee- und Imbisskasse kostenlos ist, hat Tina Sußenberger mal wieder die Initiative ergriffen: Unterstützt von ihrer Freundin Jeannette Rimbach-Klos, die auch die Pressearbeit für die Krabbelgruppe macht,  organisiert sie zweimal im Jahr einen großen Secondhand-Basar im  Schlosstheater Ottweiler. Der Erlös aus den Gebühren für die 56 Verkaufstische sowie aus Kaffee-, Kuchen- und Getränkeverkauf kommt dann den „Kleinen Rackern“ zugute.

 

Ganz schön viel Engagement für eine berufstätige Mutter von zwei Teenagern, die darüber hinaus auch eine begeisterte Sportlerin ist und vor der Krabbelgruppe schon mal gut und gerne acht Kilometer joggt. „Die Krabbelgruppe ist keine Belastung für mich“, sagt sie und lacht. Es ist im Gegenteil der pure Eigennutz, weil es mir so viel Freude macht und mein Leben bereichert.“  Man kann sie verstehen, wenn nach einigen Liedern zum Abschluss die Kinder zu ihr gelaufen kommen und sich mit Küsschen verabschieden.

 

Menschen wie Tina Sußenberger sind ein Glücksfall für jede Kirchengemeinde, denn durch sie wird  Gemeindeleben überhaupt erst möglich. Auch die Jugendleiterin der Kirchengemeinde Ottweiler, Diplom-Pädagogin Katja Scherer, weiß das Engagement der im Kinder- und Jugendbereich der Gemeinde tätigen Ehrenamtlichen sehr zu schätzen. Das Angebot in Ottweiler ist breit gefächert: Seit 1993 gibt es das Angebot der kirchlichen Kinder- und Jugendarbeit,  2003 kam in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt die Soziale Gruppenarbeit hinzu. Montag bis Donnerstag werden elf Kinder im Alter von sechs bis  zwölf Jahre direkt nach der Schule betreut und im Bereich der sozialen Kompetenz gefördert. Hier werden nicht nur die Hausaufgaben erledigt, sondern in besonders konzipierter Gruppen – und Themenarbeit die Kinder auf ihrem Weg zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten begleitet und gefördert sowie die Familien in der Erziehung unterstützt. Darüber hinaus treffen sich in der Ottweiler Teestube mittwochs Nachmittags die „Funkids“ (9-12 Jahre), donnerstags „Die Grünschnäbel“ (6-8 Jahre) und Freitags der „Teensclub“ (ab 12 Jahre)  zu Spiel, Spaß und gemeinsamen Aktivitäten. Auch Kinder – und Jugendfreizeiten in den Schulferien sowie Ausflüge und Workshops bietet die Gemeinde an. Von Andrea Reinmann

 

 Weitere Informationen: Jugendleiterin Katja Scherer, Telefon 06824 / 4289.  www.ev-kirche-ottweiler.de





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