Vorstellung des neuen Pfarrers der Ev. Kirchengemeinde Dillingen Thomas Josiger


Wenn Sie dies hier lesen, bin ich schon eine Weile da. Seit dem 1. März 2021 bin ich zunächst als Vakanzverwalter in der Gemeinde und wenn alles gut geht, wird mir dann später die Pfarrstelle ganz offiziell übertragen. Bis Ende April geht noch mein Probedienst. Vielleicht denken Sie nun, dass da ein junger Hüpfer zum Dienst ins Saarland gekommen ist, aber das ist nicht so. Denn ich bin ein Quereinsteiger in den Pfarrdienst, auch wenn ich deswegen nicht ohne Erfahrung komme. 1990 bis 1996 studierte ich Theologie in Basel, hatte aber dann einen etwas anderen Berufsweg als den üblichen. Viele Jahre arbeitete ich als Sozialarbeiter in der Jugendsozialarbeit und vor meinem Probedienst begleitete ich in einer diakonischen Einrichtung Menschen mit Behinderungen bei ihrem Weg in den Arbeitsmarkt. Seit 1993 bin ich mit meiner Frau Gabriela verheiratet, und wir haben vier Töchter zwischen 23 und 16.

Die letzten zwei Jahre war ich zum Probedienst im Hunsrück in den Gemeinden Rheinböllen und Dichtelbach. Im September vergangenen Jahres suchte ich den Kontakt zu Gemeinden, die einen neuen Pfarrer suchen. Und da bin ich auf Dillingen gestoßen. Pfarrer Tim Kahlen hat dann die Wege geöffnet. Meine Frau und ich fuhren Ende September ganz kurzentschlossen an die Saar. Und was wir da erlebten, hat uns ziemlich gut gefallen. Drei Wochen später habe ich schon hier gepredigt. Für die Entscheidung brauchte ich noch ein paar Wochen, aber irgendwie passte alles.

Es wird für beide Seiten ein Neuanfang. Aufgrund der Vakanz und der Coronapandemie ist vieles in Dillingen heruntergefahren. Und für mich und dann auch meine Familie ist es ebenso ein kompletter Neuanfang. Ich denke mal, dass dies eine gute Voraussetzung ist, dass ein Start gelingen kann. Vieles werde ich erst einmal kennenlernen müssen, auch wenn es mir hier diesbezüglich leicht gemacht wird. Eine gute Freundin sagte mir, als sie davon hörte, dass ich ins Saarland gehen möchte: „Da bist du ganz schnell integriert. Stell einfach weit sichtbar einen Schwenker in der Garten. Und schwupps, bist du drin.“ Mal schauen, ob das so einfach ist. Am Schwenker soll es nicht liegen.

Für uns als Familie ist der Wechsel nach Dillingen auch ein Umbruch. Bislang wohnten wir in der Nähe von Bad Kreuznach. Aber da unsere Töchter auch auf dem Weg in die Selbständigkeit sind, oder den Absprung schon hatten, ist es eine gute Zeit dafür. Derzeit wohne ich noch in einer Ferienwohnung, meine Frau kommt dann nach Dillingen, wenn sie frei hat und umgekehrt. Unsere jüngste Tochter beendet in Bad Kreuznach noch die Schule. Doch das ist auch irgendwann Geschichte. Meine Frau wird dann ab Herbst eine Stelle hier in der Gegend suchen. Dann wird der Wechsel komplett sein.

Viele Menschen denken, wir gehen an den Rand Deutschlands. Aber mittlerweile habe ich schon gesehen: wir sind hier mittendrin – im Leben sowieso und mitten in Europa ist es auch. Ich freue mich auf die Arbeit und das Leben und auch auf das Feiern mit Ihnen/Euch! Und dabei gilt immer: „Der Herr behütet dich, wenn du gehst und wenn du kommst – jetzt und für alle Zeit.“ (Psalm 121,8)

Thomas Josiger





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